Der Spielplatz-Groove

Laute Geräusche sind toll! Mit den Schuhen auf das Metall trommeln oder mit dem Holz auf die Schippe hauen macht einfach Spaß! Aber es gibt auch viel im Verborgenen zu entdecken. Der Haken, der eigentlich das Eingangstor festhält, klingt wunderbar. Und Holzkugeln, die die Rutsche hinunterhüpfen können sogar richtig Rhythmus machen. Manche Kinder sind für die leisen Töne zuständig. Schuhe Abbürsten klingt prima, Sandschippen auch. Und sogar ein Stöckchen, das auf dem Grasboden kratzt, macht ein besonderes Geräusch.

Unermüdlich sind die Kinder der Kita Tönemaler bei ihrem Klangspaziergang, wir kommen mit dem Aufnehmen kaum hinterher. Material haben wir nun genug! Eine kleine Klang-Runde habe ich hier schon einmal zusammengestellt:

 

Beim nächsten Treffen werden wir dann wieder Bild und Ton trennen. Wer erkennt „sein“ Geräusch wieder? Und wie könnte man dieses Geräusch imitieren? Am Ende werden wir dan ein ganzes Kita-Orchester von Geräusche-Musikern vor uns haben – ganz wie die Großen!

Ein Beitrag von Isabel Stegner

Klangforscher bei den Tönemalern

Unsere kleinsten Teilnehmer am Projekt „KAPstadt – so klingt Potsdam“ sind die Kinder der Kita Tönemaler im Bornstedter Feld.

Eins, zwei, drei,
wir sind dabei,
vier, fünf, sechs, sieben,
weil wir Klänge lieben!
Acht, neun zehn,
lasst uns jetzt hör’n!

Das ist unser Klangforscher-Spruch, der uns immer zu Beginn die Ohren öffnet. Eine kleine zusätzliche Ohrenmassage tut auch noch gut… Und dann kann es losgehen. Ich habe Klänge auf dem iPad mitgebracht. Die Kinder hören konzentriert zu und raten. Sie sind ziemlich fit! Den Schlüsselbund erkennen sie sofort, die Katze sowieso. Schritte im Schnee sind eher schwierig.

cooking-pot-146459_1280Dann wird die Kita klanglich erforscht. Gruppenraum, Flur, Bad, Küche. Töpfe machen Spaß!! Ich nehme auf und anschließend hören wir uns alles noch einmal an. Auf die Sachen einfach nur draufzuhauen, klingt eigentlich langweilig, das merken die Kinder beim Anhören der Aufnahmen. Andere Geräusche sind da viel interessanter!

Hier eine kleine Auswahl unserer Kita-Klänge. Erst nur der Klang, dann mit Bild. Es darf geraten werden:

Die Kinder sind schnell vom Klangforscherfieber infiziert! Schon beim anschließenden Gang in den Garten wird heftig weitergeforscht. Und auch zu Hause sollen spannende Klänge gesucht werden (wir hoffen auf strapazierbare Elternohren…).

Und für nächstes Mal haben wir uns schon verabredet; wir treffen uns auf dem Spielplatz!
Wieder mit weit offenen Ohren….

Ein Beitrag von Isabel Stegner

Mit Igor nach Potsdam

Durch die Arbeit an unserem Projekt verändert sich das Hören – auch wir Musiker merken das. Überall entdecken wir spannende Geräusche, auf die wir vorher nicht geachtet haben: Krankenwagen klingen auf der ganzen Welt verschieden, diverse Singvögel kehren schon aus dem Süden zurück und machen sich lautstark bemerkbar und die Regionalbahn spielt bei der Abfahrt eine Tonleiter.

Und wir fangen an, im Kopf zu kombinieren. Würde es wohl zusammenpassen, wenn….?
Zahlreiche S-Bahnfahrten zu Proben von Stravinskys concerto in re haben unseren Geiger Matthias Leupold zu einer Klangcollage inspiriert: Mit Igor nach Potsdam!


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Ein Beitrag von Isabel Stegner

Berlin, Köln, Niedersachsen – wie klingt es woanders?

Ob es nun Soundscape-Projekt oder Klangbaukasten heißt – auch in anderen Regionen Deutschlands haben Menschen jeden Alters schon typische Klänge gesammelt und verarbeitet.

So zum Beispiel im „Musikland Niedersachsen“: In einem großen SoundScape Projekt wurden hier Klänge aus dem ganzen Land eingefangen und neu gemischt. Im Remix-Wettbewerb hat dann beispielsweise Lennart Kleinschmidt aus Hannover folgenden Beitrag eingereicht, den man auf der Website von Musikland Niedersachsen finden kann:

Für einen Klangbaukasten-Wettbewerb im Rahmen des ARD-Schulkonzerts haben Schüler des Gymnasiums Rodenkirchen die folgendeCologne-Rhapsody kreiert:

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by Thomas Robbin | attributionshare alike

Und der Alexanderplatz in Berlin könnte so klingen – in Musikerohren:


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In Potsdam treffen sich am kommenden Montag Musiker und Lehrer, lernen sich kennen, lassen sich inspirieren. Wir wollen nicht die Projekte anderer kopieren, aber wir lassen uns anregen. Viele Ideen sind im Umlauf, neben der Arbeit mit der App vidibox sollen auch Hörspiele und Klangobjekte entstehen. So viele Möglichkeiten… Los geht’s!

Ein Beitrag von Isabel Stegner

Geräusch trifft Instrument

Vidibox, Versuchsanordnung 2: Geräusch trifft Instrument.

Noch einmal verarbeiten wir Klänge von unserer Tournee, diesmal eher ungewöhnliche: Ein „ratternder“ Brunnen in Lyon, ein Lach-Flash im Wiener Taxi und „Prost“ aus einem Regensburger Restaurant – kombiniert mit Geige und Klavier. Nachahmen oder Kontrapunkt setzen? Beides ist möglich:

Je mehr wir ausprobieren, desto umfangreicher erscheinen die Möglichkeiten, Stadtklänge kreativ zu verarbeitem.
Nun wird es Zeit, auch Potsdam klanglich zu erforschen. Welche Geräusche sind typisch? Welche Klänge vermitteln uns Potsdamern das Gefühl, zu Hause in einer vertrauten Umgebung zu sein?
Sechs Schulklassen und eine Kita-Gruppe werden in den nächsten Monaten auf Spurensuche gehen. Wir werden berichten….

Ein Beitrag von Isabel Stegner

KAP on Tour @ vidibox

Wir haben gesammelt. Interessante Klänge aus verschiedenen Städten, mit und ohne Bild. Flächige Klänge sind dabei, eher rhythmische Geräusche, mit denen man Akzente setzen kann. Auch musikalische Elemente und Sprachfetzen haben wir aufgenommen. Und nun ist vidibox an der Reihe. Mit der App, die wir alle auf unseren iPads haben, kann man die Aufnahmen zu Collagen verarbeiten, sozusagen mit ihnen komponieren. Akustisch und visuell. Sechzehn Felder können mit verschiedenen Aufnahmen belegt werden, die dann auf Tastendruck wieder abrufbar sind.

Gar nicht so einfach, das Ganze. Erst einmal passende Aufnahmen zusammenstellen, ein pfiffiges Layout finden. Und dann einen Plan im Kopf machen: Womit fängt es an? Was steht am Ende? Nicht zuviel auf einmal, sonst gibt es Klangsalat… Will ich thematisch ordnen oder eher Gegensätze schaffen?

Hier also ein erstes Ergebnis
KAP on Tour @ vidibox:

Fortsetzung folgt….

Ein Beitrag von Isabel Stegner

Züge und Rollkoffer

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Der tägliche Verkehr, gefühlt macht er 90% dessen aus, was unsere Ohren beim Durchschreiten einer Stadt erreicht. Autos, Straßenbahnen, Züge – das verkehrsbedingte Grundrauschen der Städte ist enorm. Dazu die Unerhaltungen und Ansagen in der jeweiligen Landessprache, sozusagen als das gewisse Extra. Übrigens klingen auch die Autosirenen in jedem Land anders. Und dann noch als Topping dieses allen Großstädtern wohlbekannte, rhythmische Geräusch, der moderne Beat der Reisenden: Der Rollkoffer!
Wie wohltuend klar klingen dagegen doch Schritte im Schnee im ruhigen Vaduz.

Wir beginnen gedanklich zu komponieren. Wir brauchen Klangflächen, pulsierende und repetitive Geräusche und Signalklänge. Die iPads kommen zum Einsatz! Erste Ergebnisse präsentieren wir im nächsten Beitrag.

Ein Beitrag von Isabel Stegner

Die Kirche – der klangliche Mittelpunkt!

Was ist es, das den Klang einer Stadt ausmacht? Als erstes fallen die Kirchen und ihre Glocken ins Auge – oder müsste man sagen „ins Ohr“?
Sie beherrschen viele Städte optisch und akustisch – auf ähnliche Art stehen sie im Zentrum, und dennoch sind sie so verschieden. Manche läuten mit tiefen einzelnen Glocken, andere mit vollem Geläut. Wieder andere können ganze Melodien spielen.
Hier eindrucksvolle Beispiele aus der ersten Woche unserer Reise:

Ein Beitrag von Isabel Stegner

 

KAPstadt: Unterwegs in Europa

Nach den Winterferien wird es ernst: Zusammen mit Schülern aller Altersstufen wollen wir KAP-Musiker die Klänge Potsdams erforschen und kreativ weiterverarbeiten. Doch bevor wir im Projekt etwas vermitteln können, müssen wir erst einmal selber damit „spielen“. Was liegt also näher, als unsere Europatournee zum Erforschen und Sammeln von Klängen verschiedener Städte zu nutzen?


Köln, Istanbul, Antwerpen, Vaduz, Stuttgart, Lyon, Genf, München, Regensburg, Wien, Zagreb und Essen, dies sind die Stationen, auf die uns unsere Aufnahmegeräte begleiten werden. Was dabei herauskommen soll?  Wer weiß das schon so genau – ist dies nicht das schöne an jeder Kunst, dass sie zweckfrei und bisweilen überraschend ist? Lassen wir uns also inspirieren…!

Ein Beitrag von Isabel Stegner